28. April 2024

Erklärung

Wenn Knochen schmerzen:


Gesundheit ist nicht alles,

aber ohne Gesundheit ist alles nichts


Welche Stadien der Osteoporose gibt es?

Osteoporose verläuft meist über Jahrzehnte symptomlos, weswegen sie auch als schleichende Krankheit bezeichnet wird. Wird in dieser Zeit der Knochenschwund nur mittels Knochendichtemessung erkannt und sind noch keine Brüche aufgetreten, spricht Ihr Arzt von einer präklinischen Osteoporose. Eine präklinisches Erkrankungsstadium ist ein Stadium, in dem sich eine Erkrankung noch nicht durch Symptome oder Beschwerden bemerkbar macht. Allerdings ist auch die präklinische Osteoporose mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden. In der Regel reichen aber konsequent durchgeführte und angewandte Vorsorgemaßnahmen aus.

Liegen allerdings, wie in der Definition beschrieben, schon Frakturen (Brüche) als Folge der verringerten Knochendichte vor, handelt es sich um eine manifeste Osteoporose. Eine manifeste Erkrankung ist eine Erkrankung, die „mit den Händen zu fassen“ oder sichtbar geworden ist. Die manifeste Osteoporose hat eine echte Krankheitswertigkeit und muss unbedingt behandelt werden.

Im fortgeschrittenen Stadium der Osteoporose werden auch äußerliche Veränderungen sichtbar: Die Patienten bekommen einen Rundrücken, den sogenannten Witwenbuckel. Zudem nimmt die Körpergröße merklich ab.

 

Wie häufig ist Osteoporose?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet die Osteoporose unter die 10 häufigsten Volkskrankheiten überhaupt. In Deutschland leiden mehr als 8 Millionen Menschen unter Osteoporose. In Europa haben mehr als 19% aller Frauen ein oder mehrere Wirbelkörperfrakturen. Weltweit sind über 200 Millionen Frauen betroffen. Die meisten von ihnen sind Frauen nach den Wechseljahren (sogenannte postmenopausale Osteoporose). Etwa jede 3. Frau über 50 Jahre ist von Osteoporose betroffen.

Neben der postemopausalen Osteoporose spielt aufgrund der immer höher werdenden Lebenserwartung auch die altersbedingte Osteoporose eine zunehmend große Rolle. Von ihr bleiben auch Männer nicht verschont. Insgesamt erkranken allerdings auch an der altersbedingten Osteoporose etwa doppelt so viele Frauen wie Männer.

Die Osteoporose ist angesichts dieser Zahlen nicht nur ein Einzelschicksal relevant, sondern hat auch erhebliche volkswirtschaftliche Folgen, die jeden von uns betreffen und belasten.

 

Wie entsteht Osteoporose?

Der Knochen ist ein lebendes, stoffwechselaktives Organ. Durch ständige Umbauprozesse im Knochen wird alte Knochensubstanz abgebaut und neue Knochensubstanz wieder aufgebaut. Reguliert wird der Umbauprozess durch die Belastung des Knochens. Er dient der Anpassung des Skeletts an wechselnde mechanische Beanspruchungen. Bei gesunden Menschen besteht ein an die Belastungen angepasstes Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau. Ist das Gleichgewicht zu Lasten des Knochenaufbaus gestört, entwickelt sich eine Osteoporose.

 

Bemerkungen über den Knochen

„Knochen“ ist nicht das einzige Wort, das die deutsche Sprache für Knochen kennt. Ein älteres Wort ist Bein. Es findet sich noch heute in Begriffen wie Gebeine, Brustbein oder Steißbein. In der Medizin ist der lateinische Namen Os für Knochen geläufig. Das Wort „Os“ finden Sie auch in zusammengesetzten Wörtern wie Osteoporose oder Adjektiven wie ossär (knöchern). Immer wenn Sie also die Silbe „Os“ in einem Wort finden, ist das Wort wahrscheinlich im Zusammenhang mit Knochen zu interpretieren.

In einem Knochen selbst unterscheidet man zwei Typen von Knochengewebe. Einmal die Kompakta, auch Kortikalis oder Knochenrinde genannt und zum andern die Spongiosa. Bei der Kompakta handelt es sich um dicht gepackte Knochensubstanz. Die Spongiosa oder der „Knochenschwamm“ besteht aus lockeren Bälkchen, deren Anordnung je nach Beanspruchung und Alter variiert. Allerdings ist der Anteil dieser beiden Strukturen auch von Knochen zu Knochen unterschiedlich: Wirbelkörper werden zur Hauptsache aus der Spongiosa gebildet. Die Knochen der Arme und der Beine, die sogenannten Röhrenknochen, bestehen im Wesentlichen aus Kortikalis.

Hauptbestandteil des Knochens sind Kalzium- und Phosphatkristalle. Sie sind in ein Geflecht aus miteinander verbundenen Eiweißfäden, dem Kollagen, eingebettet und verleihen dem Knochen Festigkeit und Elastizität.

Jeder Mensch wächst nach der Geburt und jeder, der einmal eine Fraktur (Knochenbruch) hatte, weiß, dass der Knochen wieder verheilt. Etwas das wächst, heilt oder schmerzt, kann nicht statisch sein. Ganz im Gegenteil: Trotz seiner außerordentlichen Festigkeit, ist Ihr Knochen ein sehr lebendiges Gebilde. Er ist ständig im Umbau begriffen.

Für den Umbau stehen zwei Zellarten zur Verfügung: Die Osteoklasten, verantwortlich für den Knochenabbau und die Osteoblasten, verantwortlich für den Knochenaufbau. Die Aktivität dieser Zellen ist ein der Situation angepasstes Gleichgewicht. In Ruhe überwiegt der Knochenabbau durch die Osteoklasten, bei Belastung überwiegt der Knochenaufbau durch die Osteoblasten.. Daraus folgt: Ruhender Knochen schwindet, belasteter Knochen bleibt stabil.

Ist der Abbau von Knochenmasse krankhaft erhöht oder deren Aufbau krankhaft vermindert, kommt es durch den „Schwund“ von Knochenmasse oder Knochensubstanz zu einer zunehmenden Zerstörung der Feinstruktur des Knochens. Es entwickelt sich eine Osteoporose.

 

Für eine Osteoporose als Folge eines Ungleichgewichtes zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau zu Lasten des Knochenaufbaus gibt es verschiedene Gründe. Zum Teil sind sie vermeidbar, zum Teil müssen sie aber – wie das Alter – hingenommen werden.

Die Ursachen der Osteoporose können vielfältig sein. Als häufigste Ursache kommt sicher der Östrogenmangel in Frage. Aber auch familiäre Erbanlagen, bestimmte Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion ), Bewegungsmangel und Fehlernährung werden als Ursachen für die Osteoporose genannt.

 
 
© Text-Quelle www.ihrarzt.de, das Patientenportal des DOUV e.V.  (Deutscher Orthopäden- und Unfallchirurgen Verband e.V.)
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